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Die Landschaften von Van Gogh

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„[b]Auf die Frage ‚Was ist die Landschaft?‘ können wir antworten: Das, was uns im Gedächtnis bleibt, wenn wir nichts mehr vor Augen haben […]. Es gibt keinen festen Maßstab für eine Landschaft; diese kann entweder sehr groß oder sehr klein dargestellt werden, kann alle Arten von Dingen enthalten – lebendige oder leblose –, alle Arten von Orten, endlos weit oder ohne Horizont. […] Eine Landschaft ist etwas dem Kern nach Subjektives. Eine Landschaft wird durch einen starken Filter betrachtet, bestehend aus den persönlichen Erlebnissen und den kulturellen Vorkenntnissen. […] Theoretisch gibt es daher an einem bestimmten Ort so viele Landschaften, wie es Individuen gibt, um diese Stätte zu interpretieren. […]. Aber niemand kann je wissen, welches Gefühl tief innen in jedem Individuum wohnt […]. Daraus ergibt sich die notwendig verborgene Seite der Landschaft.[/b]“ Antrittsvorlesung am Collège de France, gehalten am 1. Dezember 2011 von dem Landschaftsarchitekten Gilles Clément. „ [b]Wenn man die japanische Kunst untersucht, so stößt man auf einen zweifellos weisen, philosophischen und intelligenten Mann, der seine Zeit womit verbringt? […] Mit dem Betrachten eines einzigen Grashalms. Aber ausgehend von diesem Grashalm kann er sämtliche Pflanzen zeichnen, danach die Jahreszeiten, die großen Züge der Landschaften, schließlich die Tiere, am Ende den menschlichen Körper.[/b]“ Brief an Theo van Gogh, Arles, den 17. September 1888. „[b]Aber was wollen Sie, es gibt Leute, welche die Natur lieben und gleichzeitig ein wenig verrückt oder krank sind, das sind die Maler; und dann gibt es Leute, die vor allem die Schöpfungen aus Menschenhand lieben, das sind die Kunstliebhaber und Bilderkäufer.[/b]“ Brief an Theo van Gogh und Jo van Gogh-Bonger, Saint-Rémy-de-Provence, den 9. Mai 1889. „[b]Jetzt, da die meisten Blätter gefallen sind, ähnelt die Landschaft hier mehr der des Nordens; dabei spüre ich, dass ich viel klarer als früher sehen würde, wenn ich in den Norden zurückkehren würde.[/b]“ Brief an Theo van Gogh, Saint-Rémy-de-Provence, den 3. November 1889. „ [b][…] Ich bin nachts aufgestanden, um die Landschaft zu betrachten; noch nie zuvor war mir die Natur so anrührend und empfindsam erschienen.[/b]“ Brief an Theo van Gogh, Saint-Rémy-de-Provence, den 31. Dezember 1889. „[b][…] Das ist wirklich auf ernste Weise schön, das ist das volle Landleben, typisch und pittoresk.[/b]“ Brief an Theo van Gogh und Jo van Gogh-Bonger, Auvers-sur-Oise, 20. Mai 1890. „[b][…] Van Gogh, gemäß seinem Gefühl und seiner religiösen Erziehung, ist der romantischen Vision von der Natur als einem Ganzen treu geblieben. Beim Malen eines Unterholzes würde er sein inneres Geheimnis erkunden, nicht um dessen Naturgesetze zu sezieren, sondern um dessen kreatives, schöpferisches Konzept – wenn nicht dessen Schöpfer – zu offenbaren.[/b]“ Jenny Reynaerts, Konservatorin in der Abteilung für Malerei des 18. und 19. Jahrhunderts des Rijksmuseums von Amsterdam (im Katalog der Ausstellung „Van Gogh. Der Mann und die Erde“ im Königspalast von Mailand, Oktober 2014 bis März 2015). Abbildung: [i]Unterholz[/i], Saint-Rémy-de-Provence, Juli 1889 – Van Gogh Museum.
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